Wochenendtour zur Mosel

Am Freitag, 26. April 2013 startete die Kolpingsfamilie um 16:00 Uhr ab Busbahnhof Lembeck in Richtung Kobern-Gondorf.

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Gut gelaunt erreichten wir um ca. 19:50 Uhr unser Ziel und bezogen unsere Zimmer in dem Hotel „Zur Kupferkanne“.  Zügig  wurde uns das Abendessen serviert, und wir ließen den Tag bei Wein oder Bier in fröhlicher Runde ausklingen.

Abfahrt war am nächsten Tag um 09:15 Uhr.

Erster Programmpunkt an dem Tag war die Besichtigung der Burg Eltz. Eine ausführliche Führung war für uns organisiert, einschl. Besichtigung der Schatzkammer.  Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

Die Burg im Tal des Elzbaches (auch: Elz) wurde wahrscheinlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts an einem Handelsweg zwischen dem Moselland und dem fruchtbaren Maifeld erbaut. Der Name Eltz wird erstmals 1157 in einer Schenkungsurkunde Friedrichs I. Barbarossa erwähnt, in der „Rudolphus de Elze“ als Zeuge auftritt. Der spätromanische Bergfried Platt-Eltz und Reste des romanischen Wohnhauses sind heute noch erhalten.

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Die Burg wird auf drei Seiten von der Elz umflossen und ragt auf einem bis zu 70 Meter hohen, elliptischen Felskopf empor. Die Erbauer orientierten sich bei der Anlage an der Form der Felsformation. Dadurch entstanden die teilweise ungewöhnlichen Grundrisse der einzelnen Räume.

 

Zu einer ersten Stammesteilung der Herren von Eltz kam es noch vor 1268 unter den Brüdern Elias, Wilhelm und Theoderich, wobei die Burg und die dazugehörigen Güter unter den drei Brüdern aufgeteilt wurden.

  • Eltz-Kempenich genannt Eltz vom goldenen Löwen
  • Eltz-Rübenach genannt Eltz vom silbernen Löwen
  • Eltz-Rodendorf genannt Eltz von den Büffelhörnern

 

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Der Familienzweig Eltz-Rodendorf war 1440 erloschen und der Besitzanteil an die beiden verbleibenden Hauptlinien übergegangen. Durch den Ankauf des Anteils des Freiherren von Eltz-Rübenach (silberner Löwe) gelangte die Stammburg 1815 in den Alleinbesitz der Hauptlinie der Grafen und Edlen von und zu Eltz, gen. Faust von Stromberg (Eltz-Kempenich; goldener Löwe).Die Namen der Hauptlinien stammen jeweils von den angeheirateten Gattinnen, die jeweils von der Burg Kempenich, aus Rübenach und Rodendorf (heute Château-Rouge, Departement Moselle, Lothringen) stammen. Alle Familien verblieben danach auf der Burg in einer Ganerbengemeinschaft; die Burg Eltz war fortan eine Ganerbenburg, auf der die Teilbauten der Burg die Namen der Teillinien tragen.

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7d9d577766Danach war eigentlich eine Wanderung in den Weinbergen geplant, die aber aufgrund von Regen ausfiel und stattdessen ein schnell gefundenes Alternativ-Programm e608f47b6d

40c47b2079– Fahrt nach Cochem – stattfand. Das Städtchen Cochem, mit seiner Vielzahl von kleinen Gassen und Geschäften verführte einige von uns hier und da zu einigen Wein- oder Brand-Käufen.

Nach unserem Abendessen in unserem Hotel marschierten wir zum Weingut Freiherr von Schleinitz, um dort an einer Weinprobe teilzunehmen. Die alte Familientradition besagt, dass seit Jahrhunderten die Rieslingrebe auf den steilen, sonnigen Schieferterrassen der Terrassenmosel angebaut wird.

 
Dies war eine Weinprobe, ganz anderer Art, wie man es nicht gewohnt ist. Im Vordergrund stand nicht das Verkaufen; sondern das Vermitteln von Wissen, wie Wein hergestellt und angebaut wird.

Geringe Erträge und der Einsatz moderner Kellertechnik bilden die Grundlage für die hohe Qualität unserer Weine. Mit voller Frucht und reichem Bukett zeigen die Weine eine gute Balance zwischen Frucht und Säure. Sie spiegeln die Aromenvielfalt der Rieslingtraube wieder.

 

 

 

 

 

 

Am Sonntag, um 09:45 Uhr, war Abfahrt nach Koblenz. Dort besuchten wir die hl. Messe in der Herz Jesu Kirche und wurden von dem Pastor herzlich begrüsst.

Anschließend wanderten wir zum Deutschen Eck und ließen alles auf uns wirken. Danach ging die Fahrt nach Ahrweiler zur Besichtigung des Regierungsbunkers – eine äusserst interessante Geschichte:

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Der Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit, kurz AdVB, ist eine 17,3 km lange Bunkeranlage rund 25 km südlich von Bonn im Tal der Ahr zwischen Ahrweiler und Dernau, unweit des damaligen Staatsweinguts Marienthal. Als unterirdische Führungsanlage sollte sie im Kriegsfall als Ausweichsitz der deutschen Bundesregierung dienen. Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Anlage aus Kostengründen stillgelegt und die Einrichtung der verzweigten Stollenanlage größtenteils abgebaut.

7ea842d809Der Bunker entstand unter großer Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 in einem Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Eisenbahntunnel. Der Bunker war für die zivilen Behörden insbesondere aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn bestimmt.

 

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Heute ist von dem teuersten Bauwerk der Bundesrepublik nur noch ein kleines Bunkerstück von 203 m Länge erhalten, das in das Museum Dokumentationsstätte Regierungsbunker umfunktioniert wurde. Das Museum befindet sich in einem bewaldeten Berghang oberhalb der Römervilla von Bad Neuenahr-Ahrweiler. 2009 wurde der Regierungsbunker von der Europäischen Kommission zum Europäischen Kulturerbe erklärt.

Zum Abschluss brachte uns unser erfahrener Busfahrer Karl Tillmann mit einem kleinen Schlenker zum Kirchhellener Brauhaus  zu einem gemeinsamen Abendessen und anschl. nach Hause.

 

Wir danken unseren Kolpingmitgliedern Ulla und Hermann für die gute Organisation.

Treu Kolping

Hildegard Dittmann